Akte VfB Stuttgart
EN
Soccernomics

VfB Stuttgart

BIMBES BETA

Soccer Economics · VfB Stuttgart · Saison 2023-24

Akte Stuttgart — Club-Dossier VfB Stuttgart

VfB Stuttgart auf einen Blick: Eigenkapital 67,8 Mio € (EK-Quote 23,8%). Personalquote 48,5%. Jahresüberschuss 15,4 Mio €. Financial Stability Score: 56/100 🟡.

56
von 100

Financial Stability Score

EK-Quote 23,8%Personalquote 48,5%
🟢 Liga-Platz 7 von 18 (Ø 58/100)

Stuttgart erlebt die beste Phase seit dem Meistertitel 2007. Sportlich Top 4, DFB-Pokal-Sieger, CL-Teilnehmer. Aber: Die Bilanz hält nicht Schritt — EK-Quote 21,7%, Verbindlichkeiten 44,8%. Der Club investiert über seine bilanziellen Verhältnisse in die sportliche Spitze. Solange der Erfolg anhält, wächst das EK durch Erlöse. Wenn der sportliche Zyklus dreht, wird die dünne Bilanz zum Problem.

01

DFL-Lizenz-Compliance

🟡 Teilweise erfüllt
Eigenkapital
67,8 Mio €
Höchstes der Liga
EK-Quote
23,8%
Liga-Ø: 34%
Verbindlichkeiten
49,4%
Liga-Ø: 47%
Jahresüberschuss
+15,4 Mio €

EK positiv (67,8 Mio), EK-Quote 21,7% unter 30%-Schwelle. Verbindlichkeiten-Quote 44,8% nahe Grenze. Stuttgart wächst sportlich schneller als die Bilanz.

02

Eigenkapital-Röntgen

Spielervermögen (Buchwert)
100 Mio €
Anschaffungskosten minus Abschreibung
Kader-Marktwert
340 Mio €
SportMonks / transfermarkt.de
Buchwert vs. Marktwert — Stille Reserven: 240 Mio €
Buchwert 100 Mio
Stille Reserven 240 Mio

Hohe Wertschöpfung durch eigene Jugend und günstiges Scouting. Stiller (44,7M Marktwert), Woltemade (Bayern-Interesse bei 65M) sind erhebliche stille Reserven. Risiko: Wenn Top-Spieler gehen ohne adäquaten Ersatz.

SpielerBuchwertMarktwertStille Reserve
Angelo Stiller3,0 Mio45 Mio+41,7 Mio
Nick Woltemade0,5 Mio30 Mio+29,5 Mio
Enzo Millot4,0 Mio35 Mio+31,0 Mio

Buchwerte geschätzt: Transfersumme / Vertragslaufzeit × verbleibende Jahre. Eigene Jugend ≈ Ausbildungskosten.

03

Personalquote

Personalaufwand
134,1 Mio €
Rohergebnis (≈Umsatz)
276,7 Mio €
Personalquote
48,5%
Liga-Ø: 48% · UEFA-Empfehlung: <70%

Personalquote VfB: 48,5% (Personalaufwand 134,1 Mio € bei Rohergebnis 276,7 Mio €). Liga-Durchschnitt: 48%. UEFA empfiehlt maximal 70%. Spielervermittler-Vergütung: 19,1 Mio €.

04

Transferbilanz (5 Jahre)

Saison Ausgaben Einnahmen Netto
2025-26 50,0 Mio 45,0 Mio -5,0 Mio
2024-25 65,0 Mio 30,0 Mio -35,0 Mio
2023-24 40,0 Mio 20,0 Mio -20,0 Mio
2022-23 30,0 Mio 35,0 Mio +5,0 Mio
2021-22 15,0 Mio 10,0 Mio -5,0 Mio
5-Jahres-Saldo 200,0 Mio 140,0 Mio -60,0 Mio

Transferbilanz 5 Jahre:-60,0 Mio € netto. EK-Polster: 67,8 Mio €.

06

Im Liga-Vergleich

EK-Ranking
Platz 8
68 Mio € · Zweiter: undefined
Umsatz-Ranking
Platz 6
277 Mio € · Zweiter: undefined
Personalquote-Ranking
Platz 11
48,5% · Bester: undefined
09

Risikoprofil

Risikoprofil

Leading Indicators

  • 🟢 Sportlicher Erfolgszyklus

    Zwei Top-4-Saisons in Folge, DFB-Pokal, CL. Aber: Zyklen drehen. Stuttgart war 2019 Absteiger.

  • 🟢 Porsche-Engagement

    Porsche hält 11,6% — strategisches Investment, nicht Philanthropie. Stabilisiert Governance.

Strukturrisiken

  • Bilanz hinkt dem sportlichen Niveau hinterher Schwere: hoch

    CL-Kader auf 21,7% EK-Quote gebaut. Wenn der Erfolg ausbleibt, sind die Kosten da, aber die Erlöse nicht.

  • Abstiegsnarbe 2019 Schwere: mittel

    Stuttgart war so kürzlich wie 2019 Zweitligist. Die Distanz zwischen Vizemeister und Abstiegskandidat ist im Fußball kürzer als die Bilanz suggeriert.

Black Swan Szenarien

  • Schneller sportlicher Absturz + EK-Erosion
    Wahrscheinlichkeit: niedrig-mittel Impact: hoch

    Stuttgart verliert Stiller + Woltemade + Millot in einem Sommer ohne CL-Quali → Erlöse sinken um 50-80M, PK-Struktur bleibt → EK schmilzt auf unter 30M, EK-Quote unter 10%.

  • PL Transfer-Deflation (wie BVB/Frankfurt)
    Wahrscheinlichkeit: mittel Impact: mittel

    Woltemade-Transfer an Bayern (65M intern) statt PL-Export wäre weniger lukrativ. Stuttgarts Modell ist weniger PL-abhängig als BVB/Frankfurt, aber nicht immun.

Fazit: Stuttgart ist der spannendste Club der Liga: Sportlich auf dem höchsten Niveau seit 20 Jahren, bilanziell auf dünnem Eis. Der Porsche-Anker stabilisiert, aber die EK-Quote (21,7%) lässt wenig Raum für Rückschläge. Ein Abstiegs-Flashback wie 2019 wäre bei der aktuellen Kostenstruktur deutlich teurer als damals.
Buchwert vs. Marktwert über 4 Jahre
0 40 80 120 160 01234 Jahre Mio €
  • Buchwert (Bilanz, linear)
  • Marktwert junger Spieler (20-Jähriger)
  • Marktwert älterer Spieler (29-Jähriger)

Die Schere zwischen Buchwert (linear) und Marktwert (nicht-linear) ist das eigentliche Risiko. Bei jungen Spielern öffnet sie sich nach oben — bei älteren nach unten.

Häufig gestellte Fragen

Kann sich Stuttgart das aktuelle Niveau leisten?
Kurzfristig ja, langfristig ist es ein Wettlauf. Die EK-Quote (21,7%) zeigt: Stuttgart investiert über seine bilanziellen Verhältnisse. Solange CL-Erlöse und Transfer-Hits (Woltemade 65M?) fließen, wächst das EK. Wenn nicht: schnelle Erosion.
Wie wichtig ist die Porsche-Beteiligung?
Strategisch wichtig als Governance-Anker und Signal an Sponsoren. Porsche hält 11,6% — kein Mehrheitsgesellschafter, aber ein stabilisierender Faktor. Verhindert: keine Übernahme durch fragwürdige Investoren, kein sportlicher Alleingang der Vereinsführung.
Droht Stuttgart ein Rückfall wie 2019?
Die Kader-Qualität ist heute eine andere Liga. Aber: 2019 war Stuttgart auch erst 2 Jahre zuvor Vizemeister. Die Bundesliga ist brutal zyklisch. Mit EK-Quote 21,7% wäre ein Rückfall bilanziell schmerzhafter als 2019.
Erfüllt Stuttgart die DFL-Lizenzanforderungen?
Ja, aber ohne großen Puffer. EK positiv, Verbindlichkeiten unter 50%. EK-Quote (21,7%) ist unter der 30%-Komfortzone.
Datenquelle: DFL Finanzkennzahlen 2025 (GJ 2023-24) · transfermarkt.de (Transferbilanz) · SportMonks (Kader-Marktwert). Buchwerte geschätzt. Keine Anlageberatung. Stand: 2026-04-08.